SimInSitu-EU-Projekt – Abschließende öffentliche Veranstaltung
Herausforderungen, Innovationen und Beiträge zur Weiterentwicklung von In-silico-Studien
19. März 2026 um 14:00:00

Zeit & Ort
19 März 2026 14:00 - 15:30 CET
Online-Webinar
Über die Veranstaltung
SimInSitu – In-silico-Plattform für klinische Studien zur Untersuchung von in situ tissue-engineerten Herzklappen
SimInSitu ist ein EU-finanziertes Projekt mit dem Ziel, eine In-silico-Plattform zu entwickeln, die das kurz- und langfristige Verhalten von in situ tissue-engineerten Herzklappen (TEHV) vorhersagen kann. Hierzu werden fortschrittliche Algorithmen zur Gewebeumgestaltung mit einem personalisierten virtuellen Herzmodellierungsansatz kombiniert. Die Plattform wurde von 2021 bis 2025 von einem europäischen Konsortium unter der wissenschaftlichen Leitung von 4RealSim entwickelt. Diese abschließende öffentliche Veranstaltung bietet Raum für Perspektiven und Diskussionen über die aufgetretenen Herausforderungen, entwickelten Innovationen und Beiträge zur Weiterentwicklung von In-silico-Studien (ISCT).
Öffentliche Diskussionsrunde
Die Veranstaltung findet als öffentliche Diskussionsrunde mit Experten aus verschiedenen Fachgebieten statt, darunter klinische Interventionen, Medizinprodukteentwicklung und -herstellung, regulatorische Anforderungen sowie In-silico-Modellierung.

Bart Meuris Prof. Dr. | UZ Leuven – Herzchirurg
Martijn Cox Ph.D. | Xeltis – Leiter Technologie & Mitgründer
Bianca Lutters, Ph.D. | Qserve – Leiterin Clinical Affairs & Principal Consultant
Nils Götzen Dr.-Ing. | 4RealSim – Leitender Konsortialkoordinator
Warum In-silico-Studien wichtig sind
In-silico-Studien (ISCT) stellen einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise dar, wie Medizinprodukte und Therapien entwickelt, validiert und auf den Markt gebracht werden. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, die Glaubwürdigkeit der Modelle, die Datenqualität und die regulatorische Akzeptanz sicherzustellen. Eine präzise patientenspezifische Modellierung, die Validierung anhand klinischer Daten und die Harmonisierung mit sich weiterentwickelnden regulatorischen Rahmenbedingungen bleiben entscheidende Herausforderungen. Darüber hinaus sind Transparenz, Reproduzierbarkeit und Cybersicherheit von zentraler Bedeutung, wenn digitale Nachweise Bestandteil der klinischen Bewertung werden.
Innovationen in der computergestützten Modellierung, bei digitalen Zwillingen und im High-Performance Computing erhöhen die Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit von In-silico-Studien. Diese Technologien ermöglichen schnellere Iterationszyklen, risikofreie Tests verschiedener Szenarien und eine verbesserte Vorhersage der Leistungsfähigkeit von Medizinprodukten für unterschiedliche Patientengruppen. Standardisierungsinitiativen sowie Verifikations- und Validierungsmethoden stärken zusätzlich das Vertrauen in simulationsbasierte Nachweise.
Regulatorische und industrielle Relevanz
Für Medizinproduktehersteller bieten In-silico-Studien erhebliche Vorteile: kürzere Entwicklungszeiten, geringere Kosten, eine optimierte Auslegung vor der physischen Prototypenentwicklung und eine bessere Unterstützung bei der Erstellung klinischer Bewertungsberichte. Im Rahmen regulatorischer Vorgaben wie der MDR und der FDA-Leitlinien können Simulationen traditionelle klinische Daten ergänzen oder teilweise ersetzen, sofern Robustheit und Rückverfolgbarkeit nachgewiesen werden.
Aus gesellschaftlicher Perspektive tragen In-silico-Studien zu einer sichereren und stärker personalisierten Gesundheitsversorgung bei und reduzieren gleichzeitig den Bedarf an umfangreichen Tier- oder Humanversuchen. Sie ermöglichen Patienten einen schnelleren Zugang zu innovativen Therapien und fördern nachhaltigere, datenbasierte Innovationen in der Medizin.

